Buchtipp// 100 Jahre sind eine lange Zeit

100 Jahre Mode // FashionFutter

Stellt euch folgende Situation vor: Ihr habt euch wochenlang auf eure Klausur im Fach „Hochfrequenztechnik zur Verbesserung der Verbreitung von hämischen Twitterkommentaren über Kim Kardashian als First Lady“ (könnt ihr an der RWTH Aachen studieren) vorbereitet und dann das- die Professorin hat die Testblätter mit denen ihres Lebensabschnittsgefährten, der Professor für Modegeschichte (könnt ihr nicht an der RWTH Aachen studieren) ist, vertauscht. Und jetzt müsst ihr folgende Fragen beantworten:

  1. Welcher Kosmetikartikel ersetzte die Strumpfhose im 2.Weltkrieg?
    • Der Kajal
    • Die Zahnbürste
    • Vaseline
  2. Wieso war der New Look von Christian Dior so ein Schock für die Nachkriegsgesellschaft?
    • Der exzessive Gebrauch von Stoff
    • „Charles! Die Röcke sehen ja aus wie Lampenschirme! Grässlich“
  3. Welche Straße in London war Dreh- und Angelpunkt für die Modeszene der Swinging Sixties?
    • Buckingham Palace
    • Winkelgasse
    • Carnaby Street und Kings Road

Und was nun? Hättet ihr euch mal auf alles vorbereitet, auch wenn es noch so unwahrscheinlich klingen mag! Zum Glück empfiehlt euch Prof. Dr. Tiergarten ja die richtige Literatur für die Nachholklausur. Und die Antworten für die obigen Fragen gleich mit.

100 Jahre Mode // FashionFutter

Zu 1) Vaseline ist denkbar, aber hey!, kleiner Timmy, was machst du mit der Zahnbürste an deinen Beinen! Damit ersetzt du nun wirklich keine Strumpfhose, egal wie fest du schrubbst. Da im 2. Weltkrieg jedes erdenkliche Material für den Krieg eingezogen wurde, mussten die Damen auch auf ihre Nylonstrümpfe verzichten (und einige Herren bestimmt auch). Um trotzdem den Eindruck zu erwecken, man hätte schöne Seidenstrümpfe an mit einer edlen Strumpfnaht an, malten sie sich diesen schwarzen Strich mir einem schwarzen Kajal entlang der Beine auf. Was man nicht alles für sein Vaterland tut!

Zu 2) Wie eben schon erwähnt, wurde in Kriegszeiten an allen Ecken gespart und Stoff war davon nicht ausgeschlossen. Die britische Regierung fertigte sogar Vorlagen für Damenkostüme an, mit denen man möglichst viel Material einsparen konnte, sprich keine Faltung, alles so nüchtern wie möglich. Diors „New Look“, den er 1947 in Paris präsentierte, propagierte das genaue Gegenteil: Seine Kleider schienen nach dem Prinzip entworfen zu sein „Wie kann ich so viel Stoff wie möglich an eine Frau auf elegante Art und Weise verbrauchen?“. Nur am Taillenumfang wurde dann ordentlich eingespart.

Zu 3) Die Winkelgasse natürlich! Was denn sonst, bitte? Ich meine als Dumbledore in den Sechzigern als cooler Hippie-Zauberer-Student (Make Lumos, not War!) durch die beliebte Einkaufsstraße der magischen Welt wandelte um sich neue Zauberpilze zu besorgen, setzte er Trends, mit seinem Minirock. Den hatte er aber zuvor in der Carnabystreet oder auch Kings Road erworben, Straßen in London, die mit ihren Mode- und Musikboutiquen zur Trendmeile der Swinging Sixties avancierte. Besonders Mary Quant sorgte mit ihrer Erfindung, dem Minirock, für Schlagzeilen und schon bald war dieses Fetzen Stoff nicht mehr aus der Mode wegzudenken.

100 Jahre Mode // FashionFutter

100 Jahre Mode// FashionFutter

Die Vorlesung ist jetzt auch schon rum, die Hälfte der Studenten ist in die Mensa geflüchtet (Es gibt Chillie con Carne!) und die Streber, die bis jetzt durchgehalten haben, bekommen eine exklusive Buchempfehlung: „100 Jahre Fashion“ von Cally Blackman und „Mode von 1900 bis heute“ von Harriet Worsley.

Falls noch die Superstreber Fragen haben, bitte nach der Vorlesung nach vorne kommen!

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