The Royal Tenenbaums// Wes Anderson als Modevisionär

Margot Tenenbaum

Letzte Woche habe ich „The Royal Tenenbaums“ zum ersten Mal gesehen, ein Film der schon lange auf meiner Liste der Unbedingt-Sehen-Filme steht (alles Filme, die man doch nicht sieht, weil cineastische Kunstwerke wie „Horton hört ein Hu“ in der Flimmerkiste laufen). Während des Genießens der bewegten Bilder hatte ich ein Déjà-vus nach dem andern, jedes Mal wenn eine neue Person die Bühne der Handlung betrat. Die inszenierten Typen und Persönlichkeiten kamen mir so bekannt vor und zwar vorher? Vom Laufsteg! Vom Laufsteg? Ja, kleiner Timmy, richtig gehört, vom CATWALK. Man muss nicht einmal genau hinzusehen, um  zu erkennen, dass die Looks von Gucci, Lacoste, Bally und vielen mehr eindeutig den Film vom Regisseur Wes Anderson zitieren. Erstaunlich, denn immerhin ist der Film 14 Jahre alt. Hat aber von seiner stilbildenden Wirkung nichts eingebüßt.

Wieso „The Royal Tenenbaums“?

Der Regisseur oder besser gesagt die Kostümbildnerin Karen Patch verstehen Stil/Styling als Antwort auf die Frage, die für die individuelle modische Entwicklung heutzutage immer wichtiger wird: Wie wollen wir von anderen wahrgenommen werden und was sagt das über unsere Persönlichkeit aus?

Wir leben in einer Ära in der keine Trends mehr die Mode bestimmen, sondern unser individueller Stil ist ein Mittel, um ein Stück unserer Persönlichkeit zu visualisieren. Und genau diese Visualisierung der Charaktere verfolgt auch Anderson: Richie, der gescheiterte Ex-Tennisstar, trägt einen Anzug über einem sportlichen Ensemble; er kann sich zwar nicht von seiner Vergangenheit als Sportler lösen, aber sein Sakko verhindert jegliche sportliche Aktivität.

Chas trägt im gesamten Film einen roten Trainingsanzug, sogar beim Schlafen. Das korreliert mit seinem Anspruch an sich selbst, immer Höchstleistungen in allen Lebensbereichen geben zu wollen.RichieChasTenenbaum

Und Margot? Ihr brauner Nerzmantel war wohl Inspirationsquelle Numero Uno für die Designer für den Herbst/Winter, denn Phoebe Philo, Alessandro Michele und viele andere ließen ihre Models in Margot-Tenenbaum-Pelzen kleiden. Dazu zieht man als echte Tenenbaum ein Polokleid und Pennyloafer, denn genau wie dieser Look, ist Margot: vielschichtig, nichts will so richtig zusammenpassen, und sie lebt ihre Vielzahl an Doppelleben aus

Vielleicht interpretiere ich auch einfach nur zu viel in diese ganze Sache hinein (an dieser Stelle danke ich ganz herzlich meinem Deutsch-LK-Lehrer) und Wes Anderson dachte sich einfach nur bei einem roten Jogginganzug und einem Vintagenerz: Looks like rad sh*t!

Eine Frage stellt sich mir aber noch: Werden wir für den Herbst 2028 Looks inspiriert von „The Grand Budapest Hotel“ sehen?

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